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Montag, November 01, 2004

 

Atommüllproduktion

Symbolische Atommüll-Lagerung vor dem niedersächsischen Landtag

ROBIN WOOD fordert sofortigen Stopp der Atommüllproduktion und kündigt weitere Proteste gegen den anstehenden CASTOR-Transport nach Gorleben an

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute auf dem Vorplatz des niedersächsischen Landtags symbolisch Atommüll abgeladen. Sie stapelten dort rund zwei Dutzend gelbe, mit Radioaktivitätszeichen gekennzeichnete Fässer, um gegen den für kommende Woche geplanten Atommülltransport zu protestieren. Den Bundespräsidenten Horst Köhler, der heute Vormittag Hannover besuchte, forderten sie auf, sich nicht nur mit den Schokoladenseiten des Landes zu befassen, sondern auch mit den Plänen, Gorleben zum "Atomklo" zu machen.

ROBIN WOOD wendet sich dagegen, dass weiterhin Atomstrom produziert wird, obwohl es bislang - weder in Gorleben noch anderswo - ein sicheres Endlager für den Strahlenmüll gibt. Jahr um Jahr erhöht sich durch den Weiterbetrieb der Atommeiler in Deutschland die Atommüll-Menge. Ende des Jahres 2000 waren hierzulande bereits 8.400 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle entstanden. Im Jahr 2025 wird der Müllberg mit 24.000 Kubikmetern fast dreimal so groß sein. Solange sollen laut "Atomkonsens" Atommeiler am Netz bleiben dürfen.

Obendrein versuchen PolitikerInnen von CDU/CSU und FDP zurzeit, eine "Renaissance" der Atomkraft herbeizureden. Mit auf dieser Welle schwimmt der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). "Umweltminister Sander setzt sich für einen unbefristeten Betrieb der Atommeiler ein - ganz nach dem Prinzip: Nach mir die Sintflut", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Außerdem hält er an Gorleben als Atommüll-Deponie fest. Das ist verantwortungslos."

Denn der Salzstock in Gorleben ist an vielen Stellen stark zerklüftet und von Rissen durchzogen. Würde dort Atommüll eingelagert, könnten durch diese Risse radioaktive Partikel nach oben ins Grundwasser gelangen. Menschen und Tiere würden radioaktiv verseucht. "Gorleben ist als Endlager ungeeignet", so Dannheim. "Wir fordern die niedersächsische Landesregierung und die Energiekonzerne auf, endlich ihren Widerstand gegen eine neue Standortsuche aufzugeben."

ROBIN WOOD-AktivistInnen werden sich in der kommenden Woche an den zahlreichen Protestveranstaltungen im Wendland beteiligen, um sich dagegen zu wehren, dass in Gorleben durch die Anlieferung weiteren Atommülls Fakten geschaffen werden. Auf der Esso-Wiese in Dannenberg wird ROBIN WOOD - gemeinsam mit vielen anderen AtomkraftgegnerInnen - mit einem Info-Mobil vertreten sein. Außerdem soll in Quickborn das ROBIN WOOD-Baumhaus errichtet werden - mit freiem Blick auf die CASTOR-Strecke nach Gorleben.


Quelle:ROBIN WOOD e.V. 1.11.2004