Sachsenmilch
Greenpeace projiziert Protest-Dia an "Sachsenmilch"
Müller-Molkerei produziert "Gen-Milch"
Leppersdorf/Sachsen, 25. 11. 2004 - Gegen den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen in der Milchviehfütterung protestiert Greenpeace heute früh an der Molkerei "Sachsenmilch" des Milchkonzerns Müller in Leppersdorf/Sachsen. Seit fünf Uhr morgens projizieren Aktivisten den Schriftzug "Müllermilch = Gen-Milch. Mit genmanipuliertem Tierfutter hergestellt" auf ein Werksgebäude der Molkerei. "Sachsenmilch" ist die größte Molkerei des Müller-Konzerns und der größte Molkereistandort Europas. Müller hat mehrfach bestätigt, dass für die Herstellung seiner Milchprodukte gentechnisch manipulierte Pflanzen wie Soja und Mais verwendet werden. Greenpeace fordert von Müller, auf Futter ohne Gen-Pflanzen umzustellen, um so deren Anbau nicht länger zu fördern.
"Die Molkerei verarbeitet die Milch von etwa 150.000 Kühen, die Gen-Pflanzen im Futtertrog haben", sagt Marcus Nürnberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace. "Müller muss seine Landwirte anweisen, auf Futterpflanzen ohne Gentechnik umzusteigen. Verbraucher lehnen Gentechnik ab, danach muss sich auch das größte Müller-Werk richten."
Neben der "Molkerei Alois Müller" in Aretsried gehören auch die Molkerei "Sachsenmilch" in Leppersdorf und die Molkerei "Weihenstephan" in Freising zur Unternehmensgruppe Theo Müller. Müller verarbeitet im Jahr etwa zwei Milliarden Liter Milch. Davon werden allein in Leppersdorf 1,4 Milliarden Liter Milch zu Joghurt, Käse und Butter verarbeitet. Neben Müller-Produkten werden in Leppersdorf die Marken "Sachsenmilch" und "Käsemeister", sowie diverse Milchkonzentrate für die Lebensmittelindustrie produziert.
Die Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH & Co. KG hat zwei Möglichkeiten, auf Gen-Pflanzen zu verzichten: Sie kann gentechnikfreie Soja verfüttern lassen, die auf dem Weltmarkt ausreichend vorhanden ist. Oder sie kann von Soja auf Raps umsteigen. Raps kann gerade in der Milchvieh-Fütterung Soja ersetzen. Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel, insbesondere Soja, fördert den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen. Diese können sich unkontrolliert in der Natur ausbreiten und die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährden.
Greenpeace hatte am 28. Oktober 2004 den Rechtsstreit gegen die Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH & Co. KG um die Verwendung des Begriffs "Gen-Milch" im Kern gewonnen. Das Oberlandesgericht Köln hatte Greenpeace aber weiterhin untersagt, gegen die "in den Verkaufsstätten zum Kauf angebotenen Produkte" der Firma Müller "durch unmittelbares Kennzeichnen mit Aufklebern" zu protestieren.
Quelle:Greenpeace e. V. 25.11.2004